DIE MENSCHENRECHTSFUNDAMENTALISTEN
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Die Todesdrohungen gegen Hamed Abdel-Samad vor dem Hintergrund des ägyptischen "Rechtsstaates"
29.06.2013 11:36:25
Die Todesdrohungen gegen Hamed Abdel-Samad vor dem Hintergrund des ägyptischen "Rechtsstaates"

von LB

Den folgenden Text schickte uns ein Leser als Reaktion auf den Artikel "Muslime der Welt - hört auf diesen Mann!":

Herr Baader zitiert diesen unerträglichen Taz-Schreiber oder PR-Mann der Muslimbrüderkiller - keine Ahnung, wem der näher steht - wie folgt:

"Abdel-Samad sollte den Salafisten-Scheich Assem Abdel-Maged deshalb am besten verklagen. Denn Todesdrohungen per TV sind auch in Ägypten nicht legal."

Offenbar ist dem Taz-Journalisten nicht bekannt, dass es in Ägypten sehrwohl die Todesstrafe gibt, die auch für Verfehlungen gegen den Islam vollstreckt und selbstverstänlich von höchter Stelle angedroht wird. Der verstorbene Großscheich der Al Azher, Herr Prof. Dr. Mohammed Tantawi, äußerte sich dem WDR in Minute 25:10 wie folgt:

„Nicht jeder, der vom Islam abfällt, muss nach islamischem Recht getötet werden. Er muss erst dann mit dem Tode bestraft werden, wenn er dem Islam Schaden zufügt. Aber wenn du ein Muslim bist und ein Christ wirst, dann gehe in Frieden - Hauptsache, du bist übergetreten. Du bist frei, zum Christentum oder zum Judentum überzugehen. Aber du sollst dann hinterher nicht daherkommen und sagen, Mohammed, unser Prophet, sei ein Lügner! Dann müssen wir dich töten, weil du Lügen verbreitest... Das wichtige ist, dass, wenn du den Islam verlässt, du mit deinem Wissen dem Islam keinen Schaden zufügst!“

Ich muss nicht näher betonen, dass Mohammed ausschließlich bei Muslimen als Prophet gilt, folglich sind seine Reden für Andersgläubige ... Und Kopf ab. Soviel zum Thema TAZ und Qualität.

Der Großscheich der Al Azhar ist nicht irgendwer, den die TAZ als Hassprediger in Gänsefüßchen verharmosen könnte, eventuell mit einem vorangestellten "sogenannten". In der Regel ist der auch Großmufti von Ägypten und höchste Autorität des sunnitischen Islams. Man kann durchaus Vergleiche mit dem Papst anstellen.

Auch interessant ist, dass jener Tantawi, der als supermoderat galt - gut, als Pfarrer wäre der ein radikaler Blutsäufer gewesen, als Muslim ist das eben "moderat" - keinen geringeren als Adolf Hitler in seiner Dissertation lobend erwähnt (Matthias Künzel "Antisemitismus als Kampfauftrag?", 2003):

>>Die höchste religiöse Autorität des sunnitischen Islam (Tantawi, LB) zitiert in seinem Bestseller zustimmend Adolf Hitlers „Mein Kampf“: „Indem ich mich der Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“ Unter Berufung auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ macht er die Juden nicht nur für die französische und russische Revolution verantwortlich, sondern beschuldigt sie zugleich, „sich um die Zerstörung von Moral, Religionen und geistigen Werten zu bemühen. ,Die Juden’ seien heute Besitzer von Bordellen in aller Welt und würden moralischen und sexuellen Verfall in allen Orten verbreiten. ... In Europa werde nicht verstanden, dass hinter jedem Gedanken, der Werte und Moral verächtlich mache, jüdische Finger stecken würden.“<<

Muslime der Welt - hört auf diesen Mann!
19.06.2013 22:30:09
Muslime der Welt - hört auf diesen Mann!
von Thomas Baader

Dass dem Journalistenimitator Daniel Bax bei der taz hin und wieder der Sinn für die Realität abhanden kommt, ist eine Sache. Eine andere Sache ist es, dass so etwas tatsächlich gedruckt wird.
 
Hamed Abdel-Samad wird bedroht. In seinem Heimatland Ägypten fordern Fanatiker offen seinen Tod. In einer progressiven und menschenfreundlichen deutschen Zeitung liest sich das in einem Artikel von Daniel Bax dann so:
 
Der Salafisten-Scheich Assem Abdel-Maged, dessen Ausfälle gegen Kopten und Säkularisten notorisch sind, rief auf dem Sender Elhafez offen zur Ermordung des Deutsch-Ägypters auf. [...] In Deutschland gehört Abdel-Samad zur Riege jener „Islam-Kritiker“, die ihre Herkunftskultur mit dem vermeintlich authentischen Blick des angeblichen Insiders kritisieren. In seinem letzten Buch prophezeite er vollmundig gar den „Untergang der islamischen Welt“. Es gibt nicht wenige, die ihn deshalb für einen Wichtigtuer und Selbstdarsteller halten.
 
Es liegt die Vermutung nahe, dass es nicht wenige gibt, die Daniel Bax für einen Schmierenjournalisten halten. Gesetzt den Fall, das wäre so und es gäbe außerdem mal einen Mordaufruf gegen Herrn Bax - wer auf der Welt käme dann wohl auf die völlig abartige, geradezu widerwärtige Idee, ausgerechnet diese Gelegenheit zu nutzen, um Urteile zur Qualität des Bax'schen Journalismus zu verkünden? Jeder auch nur halbwegs zivilisierte Mensch würde statt dessen, völlig unabhängig von einer eventuellen persönlichen Abneigung Daniel Bax betreffend, dem in Lebensgefahr befindlichen Mitmenschen seine Solidarität aussprechen, wenigstens aber sachlich und ohne hämische Seitenhiebe über den Vorfall berichten. Ein sehr kleingeistiger Mensch, der mit Daniel Bax eine Rechnung offen zu haben glaubt, könnte natürlich schon auf die Idee kommen, Bax verbal eine mitgeben zu wollen, anstatt Empathie für seine schlimme Lage zu entwickeln. Und ein von Neid zerfressener Mensch, der im Angesicht von Daniel Bax' großem Talent einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex entwickelt hat, könnte sogar auf die Idee kommen, noch einen Schritt weiter zu gehen. Glücklicherweise gibt es aber einen solchen Menschen wohl nicht.
 
Was es aber gibt, ist der folgende Satz aus dem taz-Artikel:
 
Ägyptische Medien haben von den Drohungen gegen den deutschen Publizisten bislang kaum Notiz genommen. Dafür hat Abdel-Samad den Fall nun selbst publik gemacht und sich hilfesuchend an Angela Merkel gewandt.
 
Bax will uns sagen: Der einzige, der diesen Morddrohungen große Beachtung schenkt, ist der egozentrische Abdel-Samad selbst. Womit der Text wenigstens so etwas wie Kohärenz bekommt, denn von hier aus lässt sich ein Kreis zum Vorwurf des Wichtigtuers und Selbstdarstellers ziehen.
 
Bax schafft es dann gerade noch so, sich den Hinweis zu verkneifen, dass Abdel-Samad mit seinen gerne getragenen pinkfarbenen Hemden auch noch modisch völlig daneben liegt, und ringt sich einen Ratschlag ab:
 
Abdel-Samad sollte den Salafisten-Scheich Assem Abdel-Maged deshalb am besten verklagen. Denn Todesdrohungen per TV sind auch in Ägypten nicht legal.
 
Als profundem Kenner des ägyptischen Rechtsstaates, zu dem man grenzenloses Vertrauen haben darf, fallen Daniel Bax Dinge ein, auf die man bei anderen Zeitungen gar nicht erst kommt. Mit seinen Erkenntnissen ist er immerhin weiter als die Islamisten, die bis zum Zeitpunkt der Lektüre des Bax-Artikels noch dachten, dass Morddrohungen legal seien.
 
Wenn nun sich manchem naiven Leser, der alles glaubt, was in der taz steht, letztlich doch der Eindruck aufdrängen sollte, dass es um Hamed Abdel-Samad nicht ganz so schade wäre, dann kann man sicher nicht Daniel Bax dafür verantwortlich machen. Explizit geschrieben hat er es schließlich nicht und die Schaffung eines entsprechenden Subtextes mag außerhalb seiner Fähigkeiten liegen. Aber eines weiß Daniel Bax ganz genau: Die Muslime der Welt brauchen ihn - ihn, den Bax von der taz, der sich schützend vor sie stellt, dabei all jene angeblichen authentischen Insider entlarvend, die sich in der Maske des Biedermannes in deutsche Talkshows einschleichen - ihn, den westlichen Journalisten, der aufgrund seiner überlegenen Fähigkeiten die Muslime bei der Hand nehmen und sie vor den Zumutungen jedweder Kritik bewahren kann.
 
In einem anderen Artikel wirft Bax übrigens den humanistischen Verantstaltern der "Kritischen Islamkonferenz" blanken Paternalismus vor. Das richtige Wort kennt er also schon mal. Nun muss ihm nur noch klar werden, was es bedeutet.
Ein weiterer Grund, im Herbst nicht die SPD zu wählen
19.06.2013 22:22:52
Ein weiterer Grund, im Herbst nicht die SPD zu wählen
von Thomas Baader

Die Erziehungswissenschaftlerin Yasemin Karakasoglu ist im SPD-Wahlkampfteam für das Thema Bildung zuständig. Von "Multikulti" und "Multilingualität" hält die Bremer Professorin eine Menge. [...] Steinbrück begründete die Auswahl mit den Worten, ihre Biografie sei "ein gutes Beispiel für gelungene Integration". Karakasoglu zeige, wie bedeutend das Thema Bildung sei, zumal für die Integration. "Streitbar nach außen" sei die Wissenschaftlerin, sagte Steinbrück, und eine "Befürworterin von Klartext". Damit fühle er sich gut. "Missverstanden" worden sei Karakasoglu aber auch schon, sagte Steinbrück und beugte damit Kritik vor. Auf jene Missverständnisse angesprochen, verwies die Wissenschaftlerin auf die Diskussion über Zwangsheiraten und Ehrenmorden. Missverstanden sei ihr Hinweis, dass diese eben keine kulturellen Merkmale des Islam seien. In der öffentlichen Debatte werde zuweilen so getan, als seien Zwangsheiraten und Ehrenmorde "tief verwurzelt in der türkischen Kultur". Das Gegenteil aber sei der Fall. "Sie (Zwangsheiraten und Ehrenmorde) sind eine Perversion des Islam." Es handele sich um Menschenrechtsverletzungen, die der islamischen oder türkischen Kultur "nicht inhärent" seien.
 
Missverstanden? Yasemin Karakasoglu war im Jahr 2006 Mitinitiatorin eines gegen Necla Kelek gerichteten Offenen Briefes. Der Brief war angeblich von 60 Migrationswissenschaftlern unterschrieben worden, wobei die FAZ nachweisen konnte, dass nur ein Fünftel der Unterzeichner in der Migrationsforschung über Türken tätig gewesen war. Alice Schwarzer verwies zudem in einem Artikel auf Karakasoglus Verbindungen zur islamistischen Szene.
 
In dem Offenen Brief war auch die Rede davon, dass im Zuge einer Kampagne gegen Zwangsheirat des Berliner Stadtteils Neukölln eine angeblich fragwürdige Literaturliste aufgetaucht sei: "Zudem werden Romane empfohlen – alles Boulevard-Storys, in denen »muslimische Mädchen ganz »authentisch« berichten, wie sie gequält und geschunden wurden. [...] bei den erwähnten Büchern handelt es sich um reißerische Pamphlete, in denen eigene Erlebnisse und Einzelfälle zu einem gesellschaftlichen Problem aufgepumpt werden [...]."
 
Was Karakasoglu und Konsorten dort betrieben, war klassisches "Victim Blaming": Die Opfer von Gewalttaten wurden dafür attackiert, dass sie über diese Gewalttaten offen sprechen und nicht besser den Mund halten. Das Opfer trägt also somit die Schuld, dass die Tat an die Öffentlichkeit kommt und nicht unter dem Teppich bleibt. Ob die Verfasser des Briefes so auch über Bücher sprechen würden, die von ehemaligen Opfern von Kindesmissbrauch verfasst wurden? "Reißerische Pamphlete"? Wer diese Wortwahl anschlägt, verdient es nicht, als "Migrationswissenschaftlerin" weiter ernst genommen zu werden.
 
Sorry, Peer Steinbrück: Ein Missverständnis sieht anders aus.
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